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Glossar

 

Ambulante Rehabilitation

Unter ambulanter Rehabilitation wird der Einsatz aller rehabilitativen Interventionsmethoden und -mittel in Wohnortnähe unter ambulanten Bedingungen verstanden; zum Erhalt der Integrationsfähigkeit oder zur frühzeitigen Reintegration in Familie, Beruf und Gesellschaft. Im Unterschied zur stationären und teilstationären Organisation der rehabilitativen Intervention sind hierzu besondere Voraussetzungen von Seiten des Patienten notwendig. Vorraussetzungen sind ausreichende Mobilität, Motivation, sozialer Versorgungsgrad und Belastbarkeit .Vorteil ist der Verbleib im sozialen Umfeld mit daraus resultierender erweiterter Möglichkeit der Inanspruchnahme.

 

Balneotherapie

Die Balneotherapie als Teil der Balneologie ist die Anwendung der natürlichen, primär ortsgebundenen Heilmittel zur Prävention, Therapie und Rehabilitation. Die Anwendung erfolgt meist seriell und im Rahmen einer komplexen Kurorttherapie. Sie nutzt sowohl physikalische als auch chemische Wirkungen ihrer Therapiemittel, wobei die funktionelle Adaptation als Wirkprinzip im Vordergrund steht.

 

Elektrotherapie

Anwendung von Gleichstrom, nieder- und mittelfrequenten Strömen zur direkten oder reflektorischen Schmerzbehandlung und/oder neuromuskulären Aktivierung bzw. Hemmung.

 

Ergotherapie

Die Ergotherapie ist eine funktionsorientierte Bewegungstherapie unter Einschluß einer speziellen Hilfsmittelversorgung mit dem Ziel einer Optimierung oder Kompensation gestörter sensomotorischer, neurophysiologischer und psychosozialer Funktionen. Dabei steht die Erlangung einer größtmöglichen Selbständigkeit im täglichen Leben im Vordergrund. Weitere Aufgabe ist die Vorbereitung einer beruflichen Wiedereingliederung.

 

Hochfrequenztherapie

Hochfrequenztherapie ist die Anwendung hochfrequenter elektromagnetischer Felder und Wellen zur Wärmeinduktion in tieferen Gewebsschichten.

 

Hydrotherapie

Hydrotherapie ist eine äußerliche Wasserbehandlung mit dosierten, thermischen, mechanischen und chemischen Wirkungen mit primären Effekten auf Durchblutung und Stoffwechsel zur langfristigen Beeinflussung regulativer Funktionen sowie mit spezifischen Wirkungen der Badezusätze.

 

ICF

Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) ist eine von der WHO initial 2001 erstellte und herausgegebene Klassifikation zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung sowie der relevanten Umweltfaktoren von Menschen. Das spezifische Paradigma der Klassifikation wird in den Teilklassifikationen Körperfunktionen und Körperstrukturen, Aktivitäten und gesellschaftliche Teilhabe sowie Kontextfaktoren (sowohl umwelt- als auch personenbezogen) operationalisiert. Sie liegt unter dem Titel Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit in deutscher Übersetzung vor.

 

Inhalationstherapie

Die Inhalationstherapie ist der therapeutische Einsatz natürlicher und künstlicher Sprays, Nebel, Aerosole im Bereich der oberen und unteren Luftwege.

 

Klimatherapie

Die Klimatherapie ist als Teil der medizinischen Klimatologie die Anwendung von thermischen, hygrischen, mechanischen, chemischen und aktinischen Reiz- und Schonfaktoren zur Prävention, Therapie und Rehabilitation im Rahmen einer komplexen Kurorttherapie.

 

Körperorientierte Psychotherapie

Die körperorientierte Psychotherapie nutzt die komplexen psycho-somatischen und somato-psychischen Funktionszusammenhänge zur Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, wobei sowohl die Beeinflussung psychischer Funktionen durch sensorische und Bewegungsreize als auch die Effekte mentaler und kognitiver Funktionen auf den Körper therapeutisch genutzt werden.

 

Krankengymnastik

Die Krankengymnastik umfasst sowohl aktive als auch passive Formen der Kinesi- bzw. Bewegungstherapie sowie komplexe Konzepte unter kontinuierlicher Befundkontrolle zur Behandlung von Erkrankungen und Funktionsstörungen des Bewegungs-, Nerven-, Kardiopulmonal-, Intestinal- und Urogenitalsystems sowie der Psyche.

 

Kunsttherapie

Kunsttherapie ist der Einsatz künstlerischer Mittel mit dem Ziel, es Patienten in Lebenskrisen oder mit seelischen Störungen zu ermöglichen, eigene Stärken und Probleme kennenzulernen und durch den schöpferischen Prozess positiv einzuwirken. Ein Schwerpunkt liegt in der Rehabilitation von Patienten mit erworbenen Hirnschäden.

 

Logopädie

Logopädie ist die Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Hör- und Schluckstörungen bei Kindern und Erwachsenen.

 

Manuelle Therapie

Die Manuelle Therapie dient der Behandlung von reversiblen Funktionsstörungen am Haltungs- und Bewegungssystem. Ziel der Manuellen Therapie ist die Beseitigung von arthromuskulären Dysfunktionen.

 

Massagetherapie

Massagetherapie ist eine Behandlung mit mechanischen Reizen, bei der funktionell oder strukturell gestörte Gewebe direkt oder indirekt beeinflusst werden.

 

Medikomechanik

Die Medikomechanik umfasst die funktionelle Behandlung mit mechanischen Therapiegeräten und die Anwendung krankengymnastischer Hilfsmittel.

 

Musiktherapie

Musiktherapie ist ein kommunikatives, interaktives, zunächst nichtsprachliches Geschehen, durch das den Patienten die Möglichkeit gegeben wird, verdrängte oder unaussprechliche, traumatische Erlebnisse und Gefühlsqualitäten zum Ausdruck zu bringen. Sie bietet die Möglichkeit der Kommunikationsanbahnung zu schwer hirngeschädigter Patienten in der Frühphase der medizinischen Rehabilitation.

 

Patienteninformation und "-schulung"

Patienteninformation und -schulung sind Bestandteil jedes Rehabilitationskonzeptes. Sie dienen der Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es dem Patienten ermöglichen, sich aktiv in den Rehabilitationsprozess einzubringen und mit der Behinderung umzugehen. Sie orientieren sich an der Funktionsstörung der vorliegenden Erkrankung und an Risikofaktoren. Der Rehabilitand soll in seiner Rolle als selbstverantwortlicher Partner im Rehabilitationsprozess unterstützt werden.

 

Phototherapie

Die Phototherapie umfasst die therapeutisch nutzbaren Bereiche des optischen Spektrums Infrarot (IR), sichtbares Licht (VIS) und Ultraviolett (UV).

 

Rehabilitative Diätetik

Die rehabilitative Diätetik zielt entweder auf eine Ernährungsweise, die Erkrankungen vorbeugt bzw. verbessert oder aber eine zeitlich begrenzte Ernährungsumstellung zur Verbesserung der autonomen Regulation. In der Ernährungsberatung soll das hierfür notwendige Wissen vermittelt werden. Die Ernährungsschulung beinhaltet zusätzliche Elemente der Verhaltenstherapie und zielt auf eine dauerhafte Ernährungsumstellung.

Aufgabe der rehabilitativen Diätetik ist es, optimale körperliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rehabilitation zu schaffen.

 

Rehabilitative Diagnostik

Die Diagnostik in der Rehabilitativen Medizin ist das Erkennen und Bewerten von Schädigungen, Fähigkeitsstörungen und sozialen Beeinträchtigungen unter dem Aspekt von Rehabilitationsbedürftigkeit und -potenzial des Patienten mit dem Ziel des planvollen Einsatzes der Rehabilitativen Intervention und zur Bewertung der Rehabilitationsergebnisse.

 

Rehabilitative Intervention

Rehabilitative Intervention ist Planung, Führung und Bewertung von Rehabilitationsprozessen mittels geeigneter Interventionsinstrumentarien und -verfahren in Abhängigkeit vom Rehabilitationspotenzial und unter Berücksichtigung des sozialen Umfeldes. Ziel ist die soziale Integration des Patienten mit drohender oder bestehender Behinderung durch Überwindung oder Kompensation von Schädigungen und Fähigkeitsstörungen.

Grundlage der Rehabilitativen Intervention ist die Erstellung, Durchführung und Kontrolle des Rehabilitationsplanes im ärztlich geleiteten Rehabilitationsteam, einschließlich Beratung und Anleitung des Patienten und seiner Angehörigen. Wichtige Interventionsinstrumentarien und -verfahren sind rehabilitativ ausgerichtete Methoden der Physikalischen Therapie einschließlich der Hilfsmittelversorgung unter Einbeziehung von Psychotherapie, Neuropsychologie, Pharmakotherapie, Ernährungstherapie und Patientenschulung.

Das Rehabilitationspotenzial ist die Summe der geistigen, seelischen und körperlichen noch vorhandenen Fähigkeiten, die eine Dynamik beinhalten und durch deren Stimulation (= Rehabilitationsverfahren) eine Verbesserung der Lebenssituation erreicht oder eine Verschlechterung verhindert werden kann.

 

Rehabilitative Medizin

Die Rehabilitative Medizin ist die Gesamtheit aller medizinischer Maßnahmen der Rehabilitativen Diagnostik und Rehabilitativen Intervention bei Krankheit, angeborenen Leiden und äußeren Schäden (Verletzungen) zur Verhinderung oder Kompensation einer funktionellen Einschränkung oder sozialen Beeinträchtigung.

 

Rehabilitationsplanung

Die Rehabilitationsplanung erfolgt durch den Arzt. Sie ist die Erstellung eines Gesamtkonzeptes zielgerichteter An-/Verordnungen von aufeinander abgestimmten und an den Funktionsdefiziten orientierten Rehabilitationsmaßnahmen. Die Rehabilitationsplanung basiert auf der Einschätzung der Rehabilitationsbedürftigkeit, des Rehabilitationspotenzials und der Festlegung eines Rehabilitationszieles, das ständig aktualisiert werden muss. Sie ist auf überschaubare Zeitabschnitte zu begrenzen und durch prognostische Einschätzung zu begleiten.

 

Sporttherapie

Sporttherapie ist die Anwendung bewegungstherapeutischer Maßnahmen für den kranken Organismus. Durch geeignete Mittel des Sports sollen auf der Basis der wissenschaftlichen Bewegungs- und Trainingslehre die Normalisierung oder Kompensation gestörter körperlicher, psychischer und sozialer Funktionen, die Vorbeugung sekundärer Schädigungen sowie die Förderung gesundheitsorientierter Verhaltensweisen erzielt werden.

 

Stationäre Rehabilitation

Unter stationärer Rehabilitation wird der Einsatz aller rehabilitativen Interventionsmethoden und -mittel unter stationären Bedingungen verstanden. Man unterscheidet die Frührehabilitation im Akutkrankenhaus und die vollstationäre Rehabilitation in spezialisierten Einrichtungen, je nach Indikationsbereich und Versorgungsstufe (u. a. Anschlussrehabilitation, Anschlussheilbehandlung und stationäres Heilverfahren). In der Phase der Frührehabilitation steht neben der krankheitsspezifischen Versorgung die komplexe funktionsübende Behandlung durch ein fachärztlich geleitetes Rehabilitationsteam im Vordergrund. Die stationäre Rehabilitation geschieht in enger Kooperation zwischen fachärztlicher Kompetenz auf dem Gebiet der Physikalischen und Rehabilitativen Medizin sowie den entsprechenden anderen ärztliche Fachgebieten.

 

Therapieplanung

Die Therapieplanung erfolgt durch den Arzt. Sie ist die Erstellung eines Gesamtkonzeptes zielgerichteter An-/Verordnungen von aufeinander abgestimmten und an den Schäden und Funktionsdefiziten orientierten physikalischen Therapiemaßnahmen. Die Therapieplanung erfolgt individuell, wird dokumentiert und laufend aktualisiert.

 

Ultraschalltherapie

Ultraschalltherapie ist die Anwendung hochfrequenter mechanischer Schwingungen zur Wärmeerzeugung in tieferen Gewebsschichten. Sie kann mit analgetisch wirksamen Reizströmen oder Arzneimitteln kombiniert werden.

 

Wärme- und Kälteträgertherapie

Die Therapie mit Wärme- und Kälteträgern ist die Anwendung plastischer, flüssiger oder gasförmiger Medien zur Übertragung thermischer Energie durch Leitung oder Konvektion zur direkten Einflussnahme auf die Gewebstemperatur. (Wasser und Infrarot-Strahlung sind eigenständige thermische Übertragungsmedien: siehe Hydrotherapie und Photo-Therapie).